Sonntag, Erlangen

Ein Fensterplatz am Innenhof. Fassaden in Eigelb mit übermalten Wasserschäden. Rote, übersättigte Blumen. Balkone wie verlassene Logen.

Gerastertes Grün, vertrocknete Wiesen. Steinplatten, die Gammel tragen. Ein Hund ging in die Einfahrt und ward nie wieder gesehen. Wind, Geschirr, Stimmen, ja klar. Fahrräder abstellen verboten.

Ein Sonnenschirm schüttelt sich wie ein hängendes Kleid. Jemand öffnet eine Jalousie und braucht dafür drei Züge. Der Himmel wird langsam verschoben. Ein Laken wird gewendet.

Eine Taube springt vom Dach.

Ein Mann wächst aus dem Blumenkasten. Er hält mit gestrecktem Arm den Deckel seines Grills und schrubbt den Rost mit seinem anderen. Manchmal ändert er die Richtung. Einmal kratzt er an einer hartnäckigen Stelle. Dann lässt er den Deckel fallen und verschwindet in den Blättern.

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